Initiative Achtzehn – Free, Safe & Sustainable Media
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Ohne Geld keine Fakten? Initiative 18 auf Fachtagung zur Journalismusfinanzierung

17. März 2026Petra Küstner
Ohne Geld keine Fakten? Initiative 18 auf Fachtagung zur Journalismusfinanzierung

Initiative 18 auf Berliner Fachtagung zur Zukunft der Journalismusfinanzierung

Bei der Fachtagung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin unter dem Titel „Ohne Geld keine Fakten? Wie Politik die Finanzierung des Journalismus stärken kann" diskutierten Ende Februar Vertreterinnen und Vertreter aus Medienpraxis, Wissenschaft, Regulierung und Politik über Wege zur nachhaltigen Finanzierung unabhängigen Journalismus. Zu den eingeladenen Expertinnen und Experten gehörte auch Manfred Kluge, Co-Founder und Vorsitzender der Initiative 18 – free, safe & sustainable media e.V.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte er die Ziele der Initiative 18 vor, die sich für freie, sichere und nachhaltige Medien als mögliches 18. Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen einsetzt. Zugleich machte er deutlich, dass der wirtschaftliche Druck auf journalistische Angebote wächst – insbesondere durch die Verlagerung von Werbeeinnahmen zu globalen Digitalplattformen.

Konkrete Forderungen für faire Wettbewerbsbedingungen

Mit freundlicher Unterstützung des Wettbewerbsrechtsexperten Prof. Dr. Thomas Höppner zeigte Kluge auf, welche regulatorischen Maßnahmen notwendig sind, um faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Werbemarkt zu sichern:

  • Strukturelle Separierung innerhalb des AdTech Stack: Vermittlungsdienste für Publisher (SSPs) und für Advertiser (DSPs) müssen voneinander getrennt werden.
  • Trennung von Fremdvermittlung und Eigenangebot: DSA/DMA-Gatekeeper sollten nicht gleichzeitig eigene Werbeplätze verkaufen und Werbeplätze für Dritte vermitteln.
  • Verbot von Diskriminierung und Selbstbegünstigung durch beherrschende Werbevermittler.
  • Standardisierung des offenen Zugangs zu Identifiern: Gatekeeper müssen verpflichtet werden, alternative Identifier umzusetzen und zu ermöglichen.
  • Cross Media Measurement: Standardisierung und Durchführung durch unabhängige Dritte bzw. Joint Industry Committees (JICs) – mit Pflicht für Gatekeeper zur Partizipation. In diesem Zusammenhang darf der Digitale Omnibus auf EU-Ebene weder nationale Publisher bei der Datennutzung benachteiligen noch das Cross Media Measurement konterkarieren.
  • Regulierung von GenAI-Anbietern und Online-Werbung, wenn journalistische Inhalte ohne angemessene Vergütung kommerziell genutzt werden.
  • Eindeutige Umsetzung der DMA/DSA-Regeln.

Ein zentraler Punkt dabei: Werbung bleibt weiterhin ein entscheidender Finanzierungsbaustein für professionellen Journalismus und damit für die wirtschaftliche Grundlage nationaler Medienunternehmen.

Medienvielfalt als demokratisches Fundament

Die Diskussion machte deutlich, dass Medienvielfalt und verlässlicher Journalismus zentrale Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie sind – und dass ihre Sicherung sowohl kluge Medienpolitik als auch faire Marktbedingungen erfordert. Die Initiative 18 bringt sich in diese Debatte aktiv ein und versteht sich als Impulsgeber für Lösungen, die Medienfreiheit, Medienvielfalt und nachhaltige Finanzierungsmodelle gemeinsam stärken.